Soziales- , Kinder- und Jugendhilfe

Arbeitssituation Erzieher*innen

Berlin

Arbeitssituation Erzieher*innen

26. September 2018:

P R E S S E I N F O R M A T I O N

Beschäftigten-Vertretungen der Kita-Eigenbetriebe schlagen Alarm: Entlastung und Unterstützung
sind dringend notwendig!

Mit einer Resolution an die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres und den Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz haben die Frauenvertreterinnen, Personalräte sowie die Schwerbehindertenvertretungen der öffentlichen Berliner Kitas auf die hohen Belastungen der Beschäftigten hingewiesen und sofortige Lösungen gefordert.

„Die Politik hat viele Zusagen in den letzten Jahren gemacht, allerdings werden diese jetzt nicht eingehalten. Es fehlen nicht nur zahlreiche Kitaplätze, sondern auch das Fachpersonal. Die Beschäftigten in den Kitas müssen die Folgen der Kitakrise ausbaden: Immer mehr Kinder, hohe Anforderungen an die Qualität unserer Arbeit und das mit einer viel zu dünnen Personaldecke. Die Grenze der Belastbarkeit ist seit Jahren überschritten“, erklärte Silke Wenzel, Personalrätin vom Eigenbetrieb City und verwies auf das Schreiben der Beschäftigtenvertretungen der Kita-Eigenbetriebe.

Die Beschäftigten-Vertretungen fordern eine sofortige Entspannung der Personalsituation und eine Verbesserung der Gebäudeinfrastruktur. Die Räumlichkeiten sind in vielen Fällen unzureichend. Zu den personellen Verbesserungen gehören mehr Zeit für Anleitung sowie Vor- und Nachbereitungszeit. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz muss deutlich verbessert werden, um die Folgen der anhaltenden Belastungssituation abzumildern. Neben der Gewinnung von neuen Fachkräften müssen diejenigen, die bereits in den Kitas arbeiten, Wertschätzung und Entlastung erfahren. Langjährige Berufstätigkeit von pädagogischen Fachkräften bei anderen Trägern ist anzuerkennen und Kita-Leitungen dürfen bei Nichterfüllung der Platzzahlen nicht herabgruppiert werden.

Personalratsvorsitzende Birgit Prenzlow (ver.di) kritisiert zudem die zunehmenden Einsparungen von betriebseigenem hauswirtschaftlichen Personal: „Allzu oft müssen Erzieherinnen inzwischen zusätzlich hauswirtschaftliche Aufgaben übernehmen. Das gehört weder zu dem Aufgabenprofil von Erzieherinnen noch ist es in dem ohnehin engen Kita-Alltag umzusetzen. Es bedarf mehr Köchinnen, Wäscherinnen, Reinigungskräften und Haustechnikern für die Kitas. Dann könnte sich das pädagogische Personal mehr um die Kinder und die Anleitung von Quereinsteigern kümmern und müsste z. B. keine Wäsche- und Reinigungsarbeiten durchführen. Die aktuellen Pläne der Politik führen zu noch mehr Belastung der pädagogischen Fachkräfte. Und das in einer jetzt schon extrem herausfordernden Arbeitssituation.“

Das Schreiben der Beschäftigtenvertretungen der Berliner Kita-Eigenbetriebe wird von den Gewerkschaften ver.di Berlin und GEW Berlin unterstützt.

Ansprechpartnerinnen:

Birgit Prenzlow (Kindertagesstätten Nordwest) – Tel.: 030 / 27 00 05 951 Annett Mattheus (Kindertagesstätten Südwest) – Tel.: 030 / 90 17 29 832 Heike Rückborn (Kindergärten NordOst) – Tel.: 030 / 42 08 07 861 Claudia Zech (Kindergärten City) – Tel.: 030 / 90 29 86 140 Monika Ulbrich (Kindergärten Südost) – Tel.: 030 / 23 98 21 083.

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Save the Date: Dialog-Workshop für ein besseres "Gute-Kita-Gesetz" am 26. September 2018 in Berlin

Zur Information: PDF-Datei "Qualitätsentwicklungsgesetz"

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Bericht vom Fachtag am 7. Juni – Geht es noch um Qualität?

Der ver.di Fachbereich Gemeinden hat zu einem Erfahrungsaustausch über die aktuelle Situation in den Kitas und an den Schulen eingeladen. Die Ergebnisse der Veranstaltung findest Du in der PDF-Datei (Ergebnisse 7. Juni 2018)

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Kita - Spitzenrunde (Kita - Krisengipfel)

Diskussion über den Fachkräftemangel und den Mangel an Kitaplätzen. Anna Sprenger (zuständige Gewerkschaftssekretärin für den Sozial-und Erziehungs-dienst) hat mitdiskutiert und der ver.di Fachausschuss Kitas hat eine erste Bewertung vorgenommen. Weitere Informationen siehe PDF-Datei (Kita-Krisengipfel: Maßnahmen)

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Ergebnisse der Umfrage zur Arbeitssituation in Kitas und Schulen:


ver.di hat euch zu eurer Arbeitssituation befragt und ihr habt geantwortet. Der Fachausschuss Kitas von ver.di möchte sich nochmal herzlich für eure Teilnahme bedanken. Es haben sich 567 Beschäftigte aus den Kitas beteiligt. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse findet ihr in der PDF-Datei (Kita-Umfrage: Ergebnisse)

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28. Juni 2018

P R E S S E I N F O R M A T I O N

Vor dem Kita-Krisengipfel – ver.di befragt Beschäftigte in Kitas und Schulen zu ihrer Arbeitssituation

In den Berliner Kitas und Schulen brennt es. Die Fachkräfte sind am Limit und daher ist es wichtig, die pädagogische Qualität zu erhalten. Daher hat ver.di eine Online-Befragung unter den Beschäftigten durchgeführt und nach den wichtigsten Aspekten gefragt.

Personalmangel, zu große Gruppen und schlechtes Betriebsklima bereiten den befragten Berliner Erzieherinnen die größten Sorgen. Danach folgen Probleme beim Einsatz von Personal, zu hohe Arbeitsmenge/Anforderungen und gesundheitsbelastende Faktoren.

Mehr als die Hälfte der Befragten aus den Kitas gab an, dass sie ihre pädagogischen Ansprüche und die Vorgaben aus dem Bildungsprogramm nur zu 50 Prozent umsetzen können.

Eine bessere Bezahlung, eine Verringerung der Wochenarbeitszeit und mehr Erholungsurlaub wurden hingegen als entlastende Faktoren benannt. Ebenfalls auf der Wunschliste waren die Verbesserung der Ausbildung, Einsatz von unterschiedlichsten Berufsgruppen zur Unterstützung und Aufwertung des Berufsfeldes.

Die Umfrage zeigt deutlich, dass die Aufstockung von Gruppen und die Aufnahme von mehr Kinder abgelehnt wird. Eine Erhöhung des Gruppenschlüssels wurde teilweise als sehr problematisch gesehen. Krankmachende und belastende Arbeitsbedingungen würden die Suche nach dem dringend benötigten Fachkräftepersonal zusätzlich erschweren. Sorgen macht vielen der Befragten auch die Absenkung des Fachkräfteniveaus und die Einstellung von Quereinsteiger/inne/n. einstellen.

678 Beschäftigte in Berliner Kitas und Schulen habe sich an der von ver.di initiierten Online-Befragung beteiligt, die meisten (84 Prozent) kamen aus dem Kitabereich, die anderen sind an den Schulen tätig.

„Es ging uns darum, den pädagogischen Fachkräften Gehör zu verschaffen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ganz unverblümt zu sagen, was ihnen auf der Seele brennt und was aus ihrer Sicht jetzt getan werden muss. Wir nehmen die Ergebnisse äußerst Ernst und sehen uns als Sprachrohr für die Beschäftigten beim anstehenden Krisengipfel am Freitag“, so Anna-Caroline Sprenger, bei ver.di Berlin für den Sozial-und Erziehungsdienst zuständige Gewerkschaftssekretärin.

Für Rückfragen:

Anna-Caroline Sprenger, ver.di Berlin, Fachbereich Gemeinden, zuständig für den Sozial-und Erziehungsdienst, mobil: 0175 / 573 88 63.